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Blog-Beiträge aus Chile

Tschau Chile

Liebe Lektorinnen und Lektoren

Während die meisten von euch im tiefsten Winter sich den Weg freischaufeln und sich in die wärmsten Kleider kuscheln, herrscht hier im weiten Süden Chiles Rekordhitze, Katastrophenalarm wegen Waldbränden und Überschwemmungen und die Strände an Meer und Seen sind voll von Kälte-suchende-Leuten. In der Wüste im Norden (Atacamawüste) gab es diese letzten Tage heftige Überschwemmungen und die Leute bleiben ohne sauberes Wasser, im Süden Chiles diese Waldbrände und Rekordhitze (Hauptstadt Santiago bis zu knapp 40 Grad, hier im Süden bis zu 35 Grad Celsius) und ganz im Süden, an der Spitze des Landes – Grenze zur Antarktis, gab es nur stürmische Regenzeiten ohne Pause. In etwas weniger als einem Monat werden Ignacio und ich also dieses spezielle Land bereits verlassen und erst wieder zurückkehren, wenn wir dann zu dritt sind 😉.
Mit dankbaren Herzen dürfen wir bestätigen, dass Ignacio sein Visum nach sehr kurzer Zeit bereits bestätigt gekriegt hat und wir somit ohne Bedenken in die Schweiz reisen dürfen. Wegen Visum mit Familiennachzug ist ihm auch erlaubt während unseres Aufenthalts zu arbeiten. Das ist natürlich nebst der Geburt unseres Kindes ein riesiges Anliegen um einerseits unseren Aufenthalt finanzieren und hoffentlich nebenbei auch etwas Geld ansparen zu können.
Mit dem erarbeiteten Geld, das wir sparen können, möchten wir uns bei der Rückkehr nach Chile (im Oktober 2019) ein Auto kaufen. Natürlich müssen wir investieren wie viel drin liegt und wo es etwas Kaufbares und Nützliches gibt. Für uns ist der Wunsch nach einem Auto nicht wegen einem Luxus, vielmehr sehen wir es als NOT. Schon während der Schwangerschaft haben sich die «Reisemöglichkeiten» sehr limitiert und extrem verkompliziert. Vom Wohnort ins Stadtzentrum Puerto Montt mit der Mikro (Art Minibus) zu fahren ist für eine schwangere eine nervenkitzelnde und sehr holprige Reise. Noch gefährlicher und unmöglicher wird es mit einem Kleinkind sein (wegen Platzmangel kann man nicht mit Kinderwagen busfahren) und deshalb ist es für uns ein riesiges Anliegen später unabhängig uns bewegen zu können.
Was allerdings unsere weiteren Zukunftspläne angeht werden wir euch in einem anderen Beitrag und nach Möglichkeit auch persönlich Auskunft geben. Wir werden auf jeden Fall so einiges Neues zu berichten haben, sind jedoch noch auf dem Weg dazu herauszufinden, wie das ganze spezifischer aussehen könnte. Auf jeden Fall werden wir euch so bald und gut wie möglich darüber informieren.

In diesem Bericht seht ihr nochmals ein paar Eindrücke von unserem letzten Einsatz auf der Insel «Voigue». Diesmal gingen wir mit Schwiegermutter und Kinder.
Ignacio mit seinem Bruder Josué gingen mit unserem Gastgeber Juvenal auf eine andere Inselseite, um dort mit der grossen Holzsammlung zu helfen. Eine sehr gefährliche Arbeit, wenn sich Juvenal ohne Sicherung auf die Bäume am steilen Hang hängt. Es durfte aber alles gut gehen und sie konnten sehr viel Holz für den Winter per «Böötli» und dann Auto transportieren.Juanita mit ihren Töchtern gingen auf Besuche und ich hab unserer Gastgeberin «Letti» in der Küche geholfen, hauptsächlich mit putzen und abwaschen.
In der selben Zeit waren auch die Vollmondtage, d.h. exzellente Bedingungen für die Sammlung von Meeresfrüchten: für die Inselbewohner wie das Gemüse sammeln im eigenen Garten, eine ziemlich anstrengende aber auch schöne Arbeit.


Seit dem 30. Januar wohnen wir für den letzten Monat wieder bei den Eltern von Ignacio, da der Mietvertrag bis 1. Februar dauerte. Beim Auszug ist soweit alles gut gelaufen. Unsere zwei Boxer-Freunde hatten die Türe sehr gut bewacht, dass wir eigentlich nicht ohne sie gehen und die offene Frage wegen Kühlschrank und Waschmaschine hat sich auch geklärt (die Schwiegereltern benützen in der Zwischenzeit unseren Kühlschrank, da sie sowieso dann einen neuen benötigen).

Wir sind also gespannt auf die kommende Zeit, die vor uns liegt. Trotz etwas Nervosität (Arbeit, Geburt etc.) freuen wir uns aber auch. Wer uns gerne besuchen möchte oder auf andere Art sich mit uns treffen möchte, schreibt mir doch einfach per E-mail. Voraussichtlich werden wir bei meinen Eltern wohnen. Da können wir dann nach Möglichkeiten Ausschau halten. Wir würden uns freuen.

Seid ganz lieb gegrüsst, noch im Moment von dem südlichen Ende der Weltkugel und bis bald.

Ignacio und Judith

Bericht mit Werbung ;-)

Liebe und fleissige Leserinnen und Leser

Bei uns scheint es, dass die Welt verkehrt ist. Die Tage werden länger, wärmer und sonniger, aber die Weihnachtsdekorationen sagen eine andere Realität; Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr ist bald vorbei. Waaaasssss????

Im Voraus sollt ihr am Besten gleich wissen, dass dieser Blogeintrag so ziemlich anders sein soll, als die meisten Blogeinträge.
Ich werde mich hier mit nur nötigen Kommentare kurz halten/fassen, um die Bilder etwas zuzuordnen. Gerne wollten wir euch aber trotzdem einen geordneten Bericht hinterlassen, allerdings etwas einfacher und kurzweiliger zu lesen. Für genauere Details hinterlassen wir hier eine PDF-Präsentation, wo ihr euch für das Wichtigste informieren könnt.
(Falls jemand für den Ausdruck die normale Word-Version braucht kann bei mir ohne Probleme nachfragen und ich schicke sie per E-mail).

Wie es der Titel bereits erwähnt, werde ich diesmal den Blogeintrag für zwei verschiedene Zwecke benötigen:

=> Die meisten Personen sind am jeweiligen Bericht interessiert, den sollen sie natürlich auch sehr gern bekommen.
=> Es gibt aber noch andere Personen, die mir auch schon mal von der Idee, nach Chile in die Ferien zu gehen, erwähnt haben.

Da Ignacio und ich nun dreieinhalb Wochen mit Myriam aus der Schweiz unterwegs waren, und durch/über sie die Möglichkeit hatten nebst missionarischen Einsätze nebenbei auch etwas Land zu besichtigen, hab ich mir erlaubt, Fotos von der Umgebung zu machen. Natürlich sind sie auch für uns schön als Erinnerung, allerdings werden wir diesmal auch ein bisschen eine Art „Werbung“ für Chile machen, als ein wunderschönes „Ferienziel“ für die Reiselustigen unter euch Leser und Leserinnen.

Für uns waren diese Momente, welche wir auch genossen haben, eine grosse Ausnahme. Ortschaften einfach so zu besuchen sind im Eigentlichen nicht unser Ziel, denn der Fokus in unserer Arbeit als Missionsehepaar ist ein anderer. Allerdings konnten wir, dank gemietetem Auto (dank Spende), beides zusammenfügen und gerade für den Besuch war es eine grosse Möglichkeit nicht nur Land, sondern auch Menschen im persönlichem kennen zu lernen und ihnen von Gottes Liebe weitergeben (durch Gespräche, Aufmerksamkeit, prakt. Hilfe).

Hier also ein paar Eindrücke vom wunderschönen Süden Chiles, seine Menschen und ihre Kultur im Alltag.

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Klein, aber oho! Unsichtbar, aber real! :-)

Wir schauen auf das Datum und uns wird fast ohnmächtig. Jeder Monat scheint schneller vorbei zu gehen als der vorherige, und das obwohl zumindest hier die Tage endlich wieder länger werden.
Ignacio und ich hatten ja den September für uns frei genommen, weil wir einfach Zeit für uns und für weitere Vorbereitungen brauchten. Obwohl wir unser persönliches Ziel für diese Auszeit nicht ganz nach unseren Vorstellungen erreicht haben, hat es uns gutgetan und wir konnten uns auf einige Dinge besser konzentrieren und mit mehr Zeit vorbereiten (wie z.B. das Radioprogramm oder auch eine Sonntagspredigt, die Ignacio gehalten hat und diesen Sonntag wieder eine haben wird, allerdings in der Baptistengemeinde). Wir wurden aber doch langsam etwas nervös, da in ein paar Stunden mehr (Sonntagmittag) bereits meine Kollegin aus der Schweiz ankommt und uns für die nächsten dreieinhalb Wochen begleiten wird. Damit sie überhaupt hier schlafen und sich hoffentlich wohl hatten wir noch ein paar Vorbereitungen zu treffen, die jetzt allerdings geschafft sind (thank you Lord).
Bis vorgestern war es immer noch offen, wie wir sie am Sonntag am Flughafen hier in Puerto Montt abholen gehen können, doch zu unserer Überraschung hatten unsere Vermieter ihr Einverständnis gegeben, eines ihrer Auto gebrauchen zu dürfen. Wir sind absolut dankbar darüber. Ebenfalls offen stand die Frage, wie wir mit ihr in die Berge in den Einsatz gehen können. Allerdings hat sich aber vor ca. 3 Tagen ein kleines Törchen aufgetan.
So konnten wir heute Morgen die Reservierung des Autos abschliessen. Es reicht gerade für 15 Tage aus. Damit können wir allerdings zumindest etwas weitere Distanzen erreichen und in den Bergen zwei Familien besuchen gehen, die bei gewissen Arbeiten Hilfe benötigen würden (Beto mit seiner Frau, die uns immer bei sich aufnehmen, und das Geschwisterpaar mit ihrem Vater an der Grenze Argentinien, dem Vater geht es ziemlich schlecht).

Dann möchten Ignacio und ich eine weitere, freudige und spezielle Neuigkeit mitteilen. Für uns zwei hat seit ein paar Wochen bereits ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Er ist zwar noch nicht zu sehr sichtbar, aber schon sehr real und mit jeder Woche wächst dieses Geschenk, das unser Bewusstsein wachhält, dass wir bald eine grössere Familie sind. Ja, ich bin schwanger (verm. 12. Woche beginnend) und Ignacio teilt gewisse «Schwangerschaftssymptome» mit mir. 😊
Wir sind irgendwie sehr nervös, aber freuen uns riesig auf dieses Gnadengeschenk (uns ist sehr bewusst, dass Kinder-kriegen nicht selbstverständlich ist)!
Bis jetzt waren wir noch in keiner Kontrolle. Vor kürzerer Zeit konnten wir einen Termin am 20. Oktober in einer Klinik vereinbaren, der uns allerdings vor ca. 4 Tagen aber wieder gestrichen wurde. Das Thema hier mit der Gesundheit ist so eine Sache und doch eher kompliziert.
=> 1. bin ich in der Schweiz abgemeldet; meine «freiwillige» Krankenkasse hat daher andere Konditionen als normal (ich bezahle Franchise, auch für meinen Schwangerschaftsablauf)
=> 2. bin ich hier noch nicht als eine Chilenin beim «Gesundheitsbüro» angemeldet. (Keine Ahnung, wie ich das zu erklären habe: damit man hier einen ärztlichen Untersuch kriegt, muss man bei diesem sog. Büro angemeldet sein, das fordert aber einige Papiere, unterandere Rechnung von Strom und Wasser – was wir zurzeit gar nicht besitzen und unser Wohnort nicht registriert ist. Wir müssten es über die Daten meiner Schwiegereltern machen und dazu wäre alles komplizierter…)
=> 3. diejenigen, die bei diesem Büro angemeldet sind, können zu jeder Zeit ins «Sprechzimmer». Ein Ort, wo die Personen nach «Glück» irgendwann einmal behandelt werden (man kann Stundenweise in diesem Warteraum sitzen und ewig lange nicht behandelt werden) dafür ist’s gratis, weil dies vom Staat bezahlt ist (nur Leute, die wirklich gut verdienen können sich eine KK leisten). Von da aus, je nach Not, werden sie dann ins Spital weitervermittelt, wo die jeweilige Person auf ein Datum für weitere Behandlungen warten muss (dafür bleiben die Behandlungen weiterhin gratis für den Bürger). Deshalb gibt es viele Menschen, die während ihrer Wartezeit sogar sterben, weil sie nie rechtzeitig eine weitere Behandlung kriegen (das kann Jahre dauern, bis sie an die Reihe kommen). Eine Frau aus der Gemeinde hat seit ihrer letzten Schwangerschaft ein Nabelbruch, der ihr öfters schmerzt (der Junge ist mittlerweile 10 Jahre alt). Sie hat bis heute kein Anzeichen von einem Termin.
Dazu kommt noch, dass die Leute im Spital sehr oft wie Objekte behandelt werden, egal, was die Ursache der Krankheit, oder der Grund des Aufenthalts im Spital ist.
=> 4. in einer Klinik (am ehesten mit einem für uns bekannten Spital zu vergleichen, allerdings immer noch schlechterer Zustand) muss ich mit meinem Status «particular», also als Privatperson bezahlen. Damit man auch etwas mehr abzocken kann, verlangt man eine Autorisation von einem Gynäkologen oder einer Hebamme für einen Ultraschall. D.h. da mir der Termin bei der Hebamme abgesagt wurde (hätte mich nur um die 15.- gekostet), muss ich so oder so zu einem Gynäkologen gehen (knapp 60.-), damit der mir einen weiteren Termin für einen U-Schall geben kann.
Ignacio und ich sind ehrlich gesagt beide etwas darüber genervt, v.a. weil die Leute immer versuchen werden, dich irgendwie abzuzocken. Aber hier geht es ja um Leben, ein neues, unser Nachwuchs. Und deshalb ist es uns wichtig, schon einen Check machen zu können. Auch wenn es dann halt zwei Mal kostet (der Blutuntersuch wissen wir noch nicht, wie viel da noch dazu kommt. Aber es werden somit mind. 120.- und mehr). Wir möchten nur einen Untersuch machen, damit wir einfach die Sicherheit haben, danach machen wir dann mit der Hebamme weiter – sofern es möglich ist, einmal pro Monat.
Um es noch besser in Kürze zu verständigen; hier in Chile gilt:
-> wer Geld hat, kann sich KK leisten, geht also in eine Klinik (mit Termin + besserer Behandlung)
-> wer nicht genügend Geld hat, kann sich keine KK leisten, geht also in ein Spital (der vom Staat bezahlt wird, Termin bleibt offen)

Das andere Problem ist eben, wenn ein ungeborenes Kind hier registriert wird, die Frau es aber ausserhalb von Chile gebären möchte, könnte sogar die PDI bis über die Grenzen hinaus nach dir suchen kommen, falls du überhaupt von Chile weggekommen bist.
Hier kontrollieren sie dann alles und bestimmen auch welche Impfungen deinem Kind  eingejagt werden müssen etc. (die spritzen hier sogar normale Grippen Impfung)….
Von daher, wenn wir nur einmal pro Monat mit einer Hebamme eine Kontrolle durchführen ist es eher möglich, das Kind noch nicht zu registrieren, zumindest nicht auf diese offizielle Weise, wie es dann normalerweise wäre. Mein Schwiegervater Eduardo kennt ein Ehepaar aus Kolumbien. Die Mutter hat hier ihr Kind auf die Welt gebracht. Sie wollte dann zurück nach Kolumbien (später), allerdings könnte sie nur OHNE ihr Kind gehen. Alles andere ist verdächtig, was sie mit ihrem Kind machen möchte.
Sogar Eduardo selber hat bei der Reise in die Schweiz (zu unserer Hochzeit) Anschuldigungen erleben müssen, noch IN Chile selber, bei der PDI, ob diese Kinder wirklich seine Kinder seien und er müsste noch andere Papiere mit sich haben, und wer bestätigt, dass er diese Kinder nicht dort verkaufen möchte etc.
Also sie können schon auch etwas verrückt sein…*oje-oje*

Ja, das sind so ein paar Eindrücke und für uns Gründe, weshalb wir für die Geburt eigentlich doch gerne in die Schweiz kommen würden. Wir glauben, es hätte gerade auch für das Kind mehr Vorteile in der Schweiz geboren werden zu können, aber eben auch eher für uns. Ignacio ist sogar sehr besorgt, weil er nicht erleben möchte, dass die Leute mich hier schlecht behandeln würden. Er sagt mir: «Es würde wahrscheinlich passieren, dass die dir irgendwas vormeckern, was du alles tun solltest und wie und auf eine Weise, dass du sie vielleicht auch sprachlich nicht verstehen würdest. Da wäre es doch besser, du könntest Leute um dich haben, die deine Muttersprache sprechen und dich bestimmt besser behandeln werden.»
Mich berührt es sehr, wie sehr er um mich und jetzt uns zwei(?) besorgt ist. Klar wird es so oder so für jemanden von uns einen «Verzicht» sein, keine eigenen Familienmitglieder dabei zu haben (ihr versteht sicher, was ich damit meine). Aber er sagt, er verzichtet lieber auf seine Eltern und Geschwister, als, dass die Geburt einen Horror wird.
Dafür müssten wir noch genauer herausfinden, bis wann wir in die Schweiz fliegen «müssten» (Flugregeln), aber vermutlich sollten wir spätestens Anfangs März dann fliegen, weil der Geburtstermin bestimmt um Mitte Mai sein wird.

Für den Aufenthalt in der Schweiz würden uns meine Eltern bei sich Zuhause aufnehmen.
Die Länge des Aufenthaltes kommt ein bisschen drauf an. Aber vermutlich wäre gut, erst dann wieder nach Chile zu gehen, wenn alle nötigen Impfungen durchgebracht sind (weil sie das kontrollieren werden). Also von daher würde man doch von ein paar Monaten sprechen.
Geld für den Flug hätten wir bis jetzt keins, das ist für euch ja keine überraschende Neuigkeit. 😉
Wir lassen es von daher offen, was genau passieren wird. Im Moment scheinen die Flüge eher etwas teurer zu sein (um die 1400-1600 CHF für zwei Erwachsene).
Damit einkommende Spenden nicht auf missverständlicher Weise gebraucht wird, bitten wir euch weiterhin, einfach einen kleinen Kommentar dazu zu geben, damit wir wissen, für was genau gespendet wird. Wir danken allen ganz herzlich, immer wieder, für all euer Vertrauen, eure Zeit diese langen Beiträge zu lesen 😉, euer Interesse, eure Gebete, eure Spenden.

Ich glaube, im Moment lassen wir es also dabei und werden uns wieder melden.
Dabei lassen wir noch ein paar wenige Fotos von unserem letzten Einsatz, in den Bergen. Der war ein bisschen anders als gedacht, doch die Leute waren sehr froh und dankbar, sind wir zu ihnen gekommen und konnten sogar bei der Pilzsuche mithelfen (Morcheln). Auch das war für sie eine Hilfe, was uns weitere Erfahrungen geschenkt hat. 😊
Ps: zu unserer Freude hatten Ignacio und ich sogar eine kleine und private Live-Vorstellung von einer Delfinengruppe, die gerade in Puerto Montt am Ufer entlang ihren Morgenschwumm und Springübungen gemacht hat. Das war ja mal ein kurzer Warten auf den nächsten Bus… 🙂

Seid also ganz lieb gegrüsst und umarmt von Ignacio, mir und unserem kleinen Nachwuchs! 😊

Neues Zuhause, neue Herausforderungen…

Saludos y cariños an alle lieben Leser/innen

Es scheint ganz danach, dass sich bei uns nun endlich der Frühling sichtbar macht….judihuiii 🙂
Seit dem letzten Eintrag sind ja bereits schon wieder fast 2 Monate irgendwie unbemerkt vergangen.
Gerade zu diesem Zeitpunkt, während dem ich diese Zeilen schreibe und mein geliebter Mann neben mir an einer anderen Arbeit ist, dürfen wir beide ein stilles Plätzchen hinter dem Haus bei Sonne und etwas Wind geniessen. Ja, wir dürfen seit dem 1. August wieder die Zweisamkeit geniessen. Wir haben in der Nähe von Ignacios Eltern eine Hütte gefunden, bzw. die Türen haben sich auch dafür geöffnet. Ehrlich gesagt scheint es bei einem bezahlbaren Preis eher unmöglich, eine wirklich für den Preis werte Wohnung zu finden (und dabei nicht allzu weit weg), denn bei unserem Einzug mussten wir doch wieder so einige fehlerhafte und gar problematische Stellen feststellen. Das Gute war, dass somit Eduardo, Ignacios Vater, eine kleine Arbeitsmöglichkeit hatte, denn die Vermieterin suchte verzweifelt jemanden, der das Nötige im Haus noch ins Lot bringen könnte. Somit konnte Eduardo zumindest etwas Geld verdienen, das er ja auch für seine Familie braucht und unser Haus ist nun um einiges dichter und sicherer bewohnbar geworden.
– Es war kaum eine Ecke abgedichtet, die ganze Kälte und der Wind sind in die Wohnung eingedrungen
– verschiedene Steckdosen waren sehr lose, andere Kabel wurden bewusst fälschlicherweise zusammen verbunden, einfach durch die Türe und somit gefährlich
– es gibt noch andere Gefahrzonen, die aber noch bald verbessert werden und somit das Ganze dann sicher(er) ist

Ignacio und ich sind aber sehr froh und dankbar, dürfen wir hier sein.
Wir danken auch ganz herzlich jeder Person, die dafür spendet, dass wir monatlich die Miete bezahlen können. Auch vielen Dank allen, die ab und zu oder einfach mal spontan gespendet haben oder spenden. Da wir Juni und Juli nicht privat gewohnt haben, konnten wir etwas gespendetes Geld für eine zukünftige Wohnung so ansparen, dass es uns für gewisse nötige Dinge gereicht hat, die wir für dieses Haus gebrauchen. Die neue Hütte war nur teilmöbliert, was gewisse Vorteile wie Nachteile mit sich bringt. Zu unserer Überraschung durften wir aber einen Kühlschrank und sogar eine Waschmaschine kaufen. Beide Maschinen scheinen ziemlich gross zu sein, doch haben wir auch etwas in die Zukunft gedacht, wo man nicht genau weiss, wie froh man sein wird, worüber wir aber jetzt schon sehr froh waren und sind ;-). Auch zwei kleinere Pfannen und etwas an Geschirr konnten wir einkaufen, so, dass wir für uns zwei oder auch eine dritt oder vierte Person genügend ausgerüstet sind.
Wie es der Titel bereits erwähnt, haben wir aber allerdings neue Herausforderungen. Wir haben von gewissen Personen erfahren, dass sie uns für eine Hausmiete unterstützen möchten. Das hat uns auch dazu bewogen, nach einer eigenen Wohnung zu suchen.
Alle Spenden, die wir bis jetzt fest pro Monat kriegen, reicht genau für die Miete, meine freiwillige Krankenversicherung (KPT) und ca. 80.- darüber hinaus. Es gibt noch einen anderen Teil von etwas an Spende, allerdings sind Ignacio und ich immer noch seine Zahnarztrechnung monatsweise am Abbezahlen. Auch darüber sind wir froh, durften wir jeden Monat 150.- der Zahnärztekasse übergeben. Es bleiben uns aber immer noch ein paar wenige Monate bis die ganze Rechnung beglichen ist.
Uns ist es wichtig, dass wir auch mit den Finanzen korrekt umgehen. So separieren wir jede Spende für was sie auch bedacht ist, damit wir kein Chaos machen. Ebenfalls zählen wir zuerst mit den obligatorischen Kosten, wie eben die Zahnärzterechnung. Und was dann noch übrigbleibt, versuchen wir zuerst auf das Nötige zu verteilen wie: Gas, Brennholz, Trinkwasser, (die Stromkosten sind noch unbekannt), Essen, ÖV und je nach dem waren auch Medikamente nötig für Gesundheit. Das Übrige wird spontan mal entschieden, falls Finanzen vorhanden sind, wie: Coiffeur (Chile ist ein teures Land, Preise z.T. vergleichbar mit schweizer Preise, aber der Besuch bei einem Coiffeur ist definitiv nicht zu vergleichen; wenn es Ignacio „teuer“ kommt bezahlt er nicht ganz 10 CHF) , nach letzter Möglichkeit wären da noch Dinge für das Haus (Haushaltsgerät oder eine Ablagemöglichkeit im Bad, ein kleines Gestell für die Schuhe, Bettwäsche für den kommenden Besuch aus der Schweiz) etc.
Vielleicht fragt ihr euch: „Und wie haben sie denn das bis jetzt gemacht, wenn sie nur die Miete bezahlen können?“
Das ist eine berechtigte Frage und dasselbe hab ich mich auch schon gefragt. Wenn wir zurückschauen, können wir einfach nur sagen: jeden Tag leben wir aus Gottes Gnade. Eigentlich ja jeder von uns. Sogar in seinem Wort ist beschrieben; ….“denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Matth. 5,45b)
Was wir dabei ganz klar verstehen ist, dass nicht nur wir, sondern auch du und deine Familie jeden Tag aus Gottes Gnade leben, denn ER ist es, der uns das Leben schenkt. Wir wissen nie, ob wir die nächste Minute noch leben, denn wenn wir ehrlich sind, haben wir unser Leben nicht unter Kontrolle. Vielleicht denken wir öfters, dass wir schon gewisse Dinge unter Kontrolle haben, aber können wir kontrollieren, dass uns nichts passiert? Dass wir nicht krank werden? Dass unsere Wohnung nicht plötzlich abbrennt? Dass wir nicht beraubt werden? Deshalb möchte ich im Persönlichen, als Schweizerin, uns einfach wieder einmal dazu ermutigen uns daran zu erinnern, dass alles, was wir haben, aus Gnade ist – sogar die Arbeit, mit der du dein Geld verdienst.
Uns wurde also jeden Tag, bis heute, aus Gnade gegeben. Gott hat Personen dazu bewegt, uns spontan zu spenden. Bis an den heutigen Tag haben sie gereicht, doch wie vielleicht viele von euch eine ähnliche Situation kennen: ab und zu geht dann definitiv mehr raus als rein und das Konto kommt aufs Leere.
Interessanterweise haben Ignacio und ich uns vorher entschieden, dass wir den Monat September für Ehe und Vorbereitungen hingeben möchten und keinen Missionseinsatz machen werden, ausser das Radio jeweils am Freitag und die Unterstützung in der kleinen Gemeinde Misión Belén an den Sonntagen.
Zusätzlich sind noch grosse Festtage in ganz Chile im Verlauf diesen Monats und das würde die Reise noch viel komplizierter machen.
Wir haben aber aus erstem Grund die Not gesehen, dass wir eigentlich kaum genügend Zeit aufbringen konnten um uns besser auf die Einsätze vorzubereiten und uns auch als Ehepaar vorzubereiten. Bis jetzt sind wir meistens mit Eduardo und einmal mit Juanita in den Einsatz gegangen, was das Zwischenmenschliche auch auf andere Art zusätzlich herausfordert, wir aber zuerst untereinander, als Ehepaar uns besser kennen lernen und der Umgang untereinander herausfinden müssen und wollen.
Erst nach unserem Entscheid haben wir dann auch herausgefunden, dass wir auch gar keine Finanzen hätten um überhaupt an die Einsätze zu gehen, denn diesen Monat wären wir zwei Mal auf die Inseln gegangen. Überraschenderweise konnten wir bis jetzt jedes Mal durch einer Spende von der Baptistengemeinde hier in Alerce in die Bergkette gehen (weil kein Auto vorhanden ist geben sie es uns für die Fahrbillete), weil es ihr Projekt ist und wir die Einzigen sind, die momentan regelmässig gehen konnten. Darüber sind wir sehr dankbar, denn für Berge und Inseln hätte es sonst kaum gereicht.
Das sind also unsere neuen momentanen Herausforderungen, hier in unserem neuen Zuhause:
-> Einerseits leben wir etwas ausserhalb, was den ÖV nicht unmöglich, aber doch schon etwas komplizierter macht.
-> Die Finanzen sind somit eine grössere Herausforderung geworden („nur“ Miete und KK ist fest gedeckt)
-> Ende Oktober kommt eine Freundin (sie war auch auf unserer Hochzeit) für dreieinhalb Wochen zu uns auf Besuch, uns fehlt aber noch ein Bettanzug und bis jetzt sind wir noch nicht sicher, wie wir uns zu dritt bewegen können (Miete eines Autos sind pro Tag ca. 30.- und wären über diese ganze Zeit ca. um die 700.- gerechnet). Sie ist interessiert, uns an zwei Einsätze zu begleiten. Über diese Zeit beginnt aber der Tourismus, was das Reisen zu dritt ziemlich kompliziert machen kann.

Wie ihr vielleicht schon etwas im neuen PDF gesehen habt, haben wir versucht eine kleine Finanztabelle zusammenzustellen. Um es aber noch etwas übersichtlicher zu machen, möchten wir hier nochmals den Überblick geben. Mach einfach Klick, und dann wirst du es sehen. Das also zu unserer neuen Situation.

Hier lasse ich wieder ein paar weitere Eindrücke von unserem vorletzten Einsatz im August auf der Insel Voigue, der Heimatort von Juanita, Ignacios Mutter. Wir gingen mit ihr in den Einsatz. Die erwartete 4-6h Rückreise auf dem Boot wurde gekürzt auf nur noch zweieinhalb Stunden. Anscheinend haben sie die Fahrweise geändert. Auf der Hinfahrt gab es doch etwas Wellengang, aber nicht zu stark. Auf der Rückreise (zwei verschiedene Wege) war das Meer extrem ruhig und dabei konnte man sogar Magellan-Pinguinen ab und zu beobachten.
Auf der Insel selber waren viele Leute extrem erfreut, die „alt-bekannte“ Juanita wieder zu sehen und auch der „gross-gewordene Nacho“ (Spitzname von Ignacio). Gewisse Leute haben ihn schon seit ca. 7 Jahren nicht mehr gesehen. Andere konnten es kaum glauben, dass er in der Zwischenzeit sogar seit über einem Jahr verheiratet ist. Es herrschte also riesige Freude und grossen Drang, dass wir uns vermehrt mit denjenigen Personen in Kontakt setzen. Von der kleinen Gemeinde auf der Insel gibt es noch weitere Kontakte auf weiteren Inseln, die auf uns warten und die auch Bekannte von Ignacios Eltern sind.
Viele Personen dort haben einen grossen Wunsch, die Bibel mehr zu lesen und besser verstehen zu können. Auf unserem Einsatz haben wir mit Personen in der Bibel gelesen und auch mit ihnen gesungen. Es ist auch von ihnen die Bitte aufgekommen, dass wir ihnen bei ihrer Arbeit eine Stütze sein mögen. Im „religiösen“ aber eben auch im praktischen Teil. Im Moment gab es noch nicht wirklich etwas, wobei wir den Personen helfen konnten (ausser Brennholz spalten). Und im September haben die meisten vermutlich die Arbeit vom Säen bereits erledigt. Aber trotzdem gibt es da so einige Dinge, die auch auf dieser und anderen Inseln mit Hilfe verbessert oder in Ordnung gebracht werden müssen.
Die Voraussetzung ist natürlich, dass sich Menschen auch helfen lassen, denn es gab ein Mann und eine ältere Dame, von denen es interessant war zu beobachten, dass sie sich einfach nicht helfen lassen wollten. Aber dies zeigt uns auch, dass wir alle nur Menschen sind, die ein trotziger und stolzer Teil im Herzen mit sich herumtragen.
Wir respektieren natürlich eines jeden Antwort und werden unsere Hilfe natürlich niemandem aufzwingen. Doch da, wo Hilfe gebraucht wird und wir helfen dürfen, machen wir es von Herzen und geben unser Bestes.

Ebenfalls im August gingen wir nochmals in die Bergen. Diesmal haben wir innerhalb von einem Tag einige Leute besucht und sind bei einer anderen Familie als sonst stationiert gewesen. Auch da war es eine gute Zeit und die Leute haben es sehr geschätzt, dass wir mit ihnen aus der Bibel gelesen haben. Nicht bei ganz allen war dies der Fall, denn bei anderen Leuten gehen wir auch so hin um sie zu besuchen und zu fragen wie es ihnen geht.
Am Tag vor der Abreise sind wir dann unsere „alt-bekannte“ Gastfamilie besuchen gegangen, obwohl zwar der Mann (Beto) nicht Zuhause war, sondern nur seine Frau mit ihrer Enkelin. Auf dem Weg dahin sind wir aber noch zu einem alten Ehepaar gegangen: er ist 88 und seine Frau um die 76 Jahre alt. Sie sind ebenfalls auf sich alleine gestellt und waren enorm dankbar, haben Ignacio und Eduardo viiiiiiel Holz gespalten und ich konnte alles mit einer Schubkarre in ein Holzhüttli transportieren. Das war für uns alle eine grosse Freude, vor allem wo die Gesundheit der beiden ziemlich schlecht ist und sie grosse Schmerzen erleiden müssen. (Der Mann hat vermutlich ein gebrochener Arm, der nie richtig zusammenwachsen konnte…) Und trotzdem haben sie Schweine, Ziegen, Hühner, Pferde etc. und Pflanzen um so überleben und auch gewisses lebendes „Fleisch“ verkaufen zu können.

Das so ein bisschen über unsere letzten zwei Einsätze, wobei ich diesmal nur Fotos von dem Gebiet der Insel mache, da ihr dieses Gebiet ja noch nicht kennt, die Berge aber schon 😉

Ich hoffe, dass wir uns bald wieder bei euch melden können.
Bis dahin seid gesegnet, behütet und bewahrt. Viel Kraft und Freude für all euer Tun und auch Sein 🙂
Con cariño Ignacio und Judith

Wie gesagt; Pläne ändern sich… ;-)

Hallo aus dem kalten Süden Chiles

Es fühlt sich an, als würde der Winter nie aufhören. Aber klar doch, als Ehepaar sind wir ja auch bereits im 8. Wintermonat…oder sogar etwas darüber hinaus – vom Winter in den nächsten Winter gereist…
Hier ist es zurzeit also sehr kalt und das Haus ist nur schwierig etwas aufzuwärmen. Dafür hat es vor ca. 3 Nächte kurz geschneit, die Leute sind völlig ausgeflippt…hihi…

So, jetzt zum Geschehnis. Wie ich bereits das letzte Mal schon im Titel des Blogeintrages erwähnt habe, wurden unsere Pläne nur etwa ein Tag nach dem letzten Eintrag wieder geändert.
Der Besuch auf die Inseln wurde ganz kurzfristig wegen Krankheit bei der Gastfamilie abgesagt. So sind wir noch eine Woche hiergeblieben und sind dafür eine Woche früher in das Berggebiet gegangen, was vergangene Woche war. Diesmal sind wir nach „Segundo Corral“ gegangen. Das Geschwisterpaar wohnt mit ihrem Vater im 2. letzten Haus, das vor der Grenze Argentiniens ist, also noch ca. 1h weiter nach Segundo Corral. Von da aus bleibt ein Fussweg von nur zweieinhalb Stunden nach Argentinien.
Am Montagmorgen haben Eduardo, Ignacio und ich das Haus um 6.40 verlassen. Auf den Hinweg nehmen wir jeweils den Bus in Puerto Montt selber, wo noch nicht so viel Leute einsteigen.
Von da aus dauert die Fahrt ca. 5h bis zum Tagua-Tagua See. (Am selben Ort wie beim vorletzten Eintrag). Dort geht man dann (ohne Bus) mit einer kleinen Fähre für 1h über See.
Am anderen Ende wartet der andere Bus, der dann weiter in das Berggebiet führt, soweit wie es möglich ist.
Bis Llanada Grande dauert diese Busfahrt ca. 1h (der ganze Weg im Bus kann nur mit ca. 30km/h gefahren werden, es wäre also nicht eine allzu lange Strecke…). Da erreichten wir den Ort, wo wir uns das letzte Mal aufgehalten haben. Llanada ist auch etwas langgezogen, deshalb marschiert man trotzdem einige Kilometer ab, da der Bus nur einmal pro Tag fährt (Hin- und Rückfahrt).
Übrigens habe ich diesmal versucht die Kilometer der Strecken, die wir das letzte Mal gelaufen sind, per Handy messen zu lassen. An diesem einen Tag, an dem wir damals sehr schnell unterwegs waren und weit gelaufen sind, haben wir gesamthaft 20km unter unsere Füsse genommen.  Es scheint gar nicht so viel zu sein, aber ihr könnt euch ja sicher anhand der Bilder ein bisschen vorstellen, dass es eben nicht um geteerte Wege geht, die nur geradeaus gehen… 😉
Von der Llanada Grande aus sind wir diesmal aber noch 1h weiter weggefahren. Auf der Karte könnt ihr den Weg etwas nachfolgen.
Letztes Jahr, als wir im April dieselben Leute zum erstem Mal besucht haben, war diese fahrbare Strasse noch nicht so weit im Bau, wie dieses Mal. Der Militärdienst muss sich durch Wälder und Gesteine durchkämpfen, um die Strasse bis zur argentinischer Grenze zu bauen. An der letztmöglichen Stelle ausgestiegen konnten wir unseren Beinen nun endlich eine längere Bewegung schenken: diesmal dauerte der Marsch nur zweieinhalb Stunden (letztes Mal war es eine knappe Stunde mehr).
In konstant schneller Geschwindigkeit ging es über Stock und Stein – oder vielleicht besser gesagt über Stein und Schlamm.
Es hatte in der letzten Zeit viel geregnet, daher gab es viele Stellen, wo man die beste Möglichkeit nicht allzu tief im Schlamm zu versinken suchen wollte, oder man gar über kleinere Baumstämme ging, um nicht Zeit im freien Schwimmbad zu verlieren… 😉
Gut, ohne Zwischenfälle und bereits im Dunkeln sind wir an unser Ziel angekommen. Obwohl wir nicht wussten, ob die Besitzer des Hauses wirklich dort sind, haben sie uns doch mit riesiger Freude empfangen, als hätten sie schon längst auf uns gewartet. In dieser Weite gibt es keinen Empfang und die Menschen in den Bergen verständigen sich per Funktelefon. Nur ist es so, dass ihnen seit längerer Zeit auch das Telefon ausgestiegen ist und sich also mit niemandem mehr verständigen konnten.
Obwohl der Ort sehr abgelegen ist, im Winter sehr kalt und im Sommer anscheinend extrem warm, hat er einige Vorteile:
=> das Trinkwasser könnte nicht frischer und nicht besser sein
(in Alerce haben wir einen hohen Gehalt an Chlor, Fluor und Arsen)
=> die Ruhe ist extrem angenehm, nur die Natur gibt ihre hörbare Lebenszeichen
(die Lebenszeichen hier sind nebst lautstarker Musik, Kinder- und Fernseherklänge auch fast täglich die Blaulicht Sirenen)
=> man kann einige Dinge für sich selber pflanzen, bzw. züchten
(im Städtischen haben mehr die Leute mit etwas mehr Geld so etwas wie ein kleiner Vorgarten oder einen Balkon/Terrasse)
=> die Luft ist extrem rein, erfrischend und bis jetzt hat sie mir und Ignacio immer zur Genesung beigetragen
(jeder Mensch hat verschiedene oder keine Empfindlichkeiten – wir beide reagieren sehr schnell auf feuchte und von Pilz und Kaminrauch verschmutzte Luft)
=> man kann sich frei in die weite Natur bewegen
(die Bevölkerung ist trotz allem etwas ruhiger als schon nur das letzte Jahr und Jahren zuvor, aber der Gesundheit wegen gibt es immer mehr offizielle Stunden, an denen es nicht erlaubt ist draussen welche körperliche Aktivitäten auszuführen)

Kommen wir wieder zurück zu unserem Einsatz.
Vor lauter Müdigkeit durften wir eine recht gute erste Nacht verbringen. Ignacio und ich haben bis jetzt meistens in den Einsätzen ein 1-Platz-Bett geteilt, mehr schmälere als breite. Wir passen also gerade so rein, wenn wir beide auf der Seite liegen 😉
Das geniale an diesem Bett war, dass sie zwei aus pure Schafwolle gestrickte Decken übereinander haben. Sogar alleine brauchte ich nicht einmal 5 Minuten und mir wurde total warm…hihi.
Am nächsten Tag haben wir also versucht zu helfen, soweit es uns möglich ist. Ignacio ist mit unserem Begleiter „Beto“ (ein Glaubensbruder und Gastgeber in Llanada Grande) —— *rate einmal*—– genau: mehr Brennholz gespalten gegangen.
Sie haben sich den Tag über soweit es ihnen möglich war auf jene Arbeit konzentriert. Es war für die jetzige Jahreszeit das Nötigste, worin sie Hilfe gebrauchen konnten. Ignacio und Beto haben nicht nur gespalten und vorher in Stücke gesägt. Sie mussten überhaupt auch zuerst in die Höhe gehen, ein ziemlich gutes Stück das Feld und den Wald aufwärts um bereits gefallene Baumstämme herunterzubringen, oder andere Bäume zu fällen und dann in die Nähe des Hauses bringen. Dort haben sie auf die Baumstammteile eingeschlagen bis sie möglichst viel Brennholz zusammengebracht haben. Natürlich könnte man ewig lang daran arbeiten, denn wenn man nur mit Holz heizt und kocht braucht man enorm davon. Wenn ich mich richtig erinnere waren die beiden Herren zwischen 6-7h mit voller Kraft am Werk.***
Eduardo hat „Lolo“ (Spitzname), dem eingeborenen Sohn des Besitzers, nach „Segundo Corral“ begleitet. Wie gesagt liegt dieser Ort etwas mehr als 1h Fussweg vor dem Haus dieser Familie. Sie gingen zu einer anderen Familie, um ihnen bei einer Situation eines grossen Steins zu helfen. Anscheinend mussten sie einen Stein in Teile brechen: das schafften sie mit Feuer – Wasser – Feuer – Wasser und Hammerschlägen. Vier Personen die darauf einschlugen und dabei anscheinend der Stein endlich auseinandergefallen ist.
Die Besitzer waren sehr froh um die grosse Hilfe und hatten dabei auch gute Gespräche geführt. Sie haben über ihre eigene Geschichte erzählt und dabei auch über Gott und die Bibel ausgetauscht und wie unser Erlöser Leben verändern kann, Lolo ebenfalls. Nicht überall waren Menschen da, die diese Personen auf Jesus aufmerksam gemacht haben. Es ist der Herr in seiner Souveränität, der seine Kinder zu sich ruft, damit sie ihn aufnehmen. Das ist eine erstaunliche Tatsache, die für jede Person auf diesen Planeten gilt, wie es im Johannesevangelium deutlich geschrieben ist, was Jesus sagt: „Keiner kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir zieht. Und alle, die er zu mir bringt, werde ich an jenem letzten Tag von den Toten auferwecken.“ (Joh. 6,44 aus der NeÜ)
Diese biblische Aussage (ohne sie aus ihrem Kontext zu nehmen) ist für uns eine der Tatsachen weshalb wir glauben, dass man als Mensch das Evangelium jemandem weder aufzwingen noch dazu überzeugen kann, wenn nicht der Herr durch seinen Geist die Person überhaupt in seinem Herz am Vorbereiten ist und der Samen auf gutem Boden aufgehen und wachsen lässt.

Wir sehen aber im geistlichen Teil unsere Aufgabe darin, das Wort und das Evangelium zu verkündigen, wo es uns Personen und Situationen erlauben. Oder eben auch Glaubensgeschwister in einer biblischen Lektüre zu begleiten und mit ihnen im Privaten einen kleinen Gottesdienst zu feiern. Das ist genial, denn so können wir uns immer wieder an diese Wahrheit erinnern, bevor wir den Fehler beginnen möchten jemanden zu etwas überreden zu wollen.
Dasselbe haben wir getan bei unserer Gastfamilie. Lolo und seine Adoptivschwester Esmerita (sie wüsste nicht einmal, wann sie genau geboren wurde) haben schon bei unserer Ankunft angefragt, ob wir dann bitte mit ihnen in der Bibel lesen, zusammen beten und Lieder singen können. Das haben wir am 2. Abend dann auch so gemacht. Ignacio hat ihnen eine kleine Einleitung gegeben, wie wir die Bibel möglichst korrekt lesen können. Anhand des Briefes von Philemon, hat er ihnen Erklärungen gegeben, auf welche Dinge wir beim Lesen achten sollten, damit wir nicht einfach irgendetwas aus dem Text nach unserem Gutdünken interpretieren. Natürlich können sie in ihren Umständen nicht einfach so der geschichtliche Kontext oder verschiedene Wörter in der Ursprungssprache nachschauen gehen, und trotzdem gibt es einige Anweisungen die behilflich sein können weiter in den Text hineinzusehen, als man so auf den ersten Blick erkennen würde. Nachdem haben wir eine Gebetsrunde gemacht und Lieder gesungen. Wir alle wurden ermutigt. Die Familie, unser Begleiter Beto und auch wir.
Unsere Gastgeber waren natürlich auch extrem froh über die kleine und für sie doch grosse Hilfe. Alles Holz was gespalten werden konnte ist doch ein ziemlich grosses Stück weniger Arbeit für Lolo. Als Familie hatten sie bis jetzt ein taffes Jahr, denn der Zustand des Vaters hat sich sehr verschlechtert. Er leidet sehr starke Schmerzen, kann nicht mehr laufen und wechselt das Liegen/Sitzen nur noch zwischen Bett und Bank. Raul war vor 60 Jahren an diesen Ort angekommen und dort möchte er auch sterben. Wir hoffen für die zwei Geschwister, dass sie die genügende Kraft bekommen für alles was sie brauchen.
Am nächsten Tag wollten wir uns eigentlich bereits auf den Weg machen, doch für das hätten wir den Busfahrer früher per Funk anrufen müssen. So sind wir noch einen Tag länger geblieben.
Wir wurden dabei mit einer Überraschung beschenkt: ein frisches Wildschwein zum essen…
Das ist bereits das zweite Mal, dass ich ein total unbekanntes Fleisch hier zu Tisch serviert bekomme; vor einem Jahr war es im Haus von Beto eine Ziege. Beides Mal musste ich sagen, war es absolut köstlich. Das Wildschwein war nicht absolut rein. Die Leute in den Bergen lassen ihre Schweine los, damit sie sich mit den Wildschweinen kreuzen und hoffen, dass das Schwein wieder zurückkommt bevor es die Ferkel zur Welt bringt. Dieses Wildschwein war anscheinend zugelaufen, so konnte es Lolo einsperren und auf den richtigen Moment warten um es zu servieren. Es war um einiges leckerer als das Schweinefleisch: der Geschmack war nicht so stark, nicht so fettig und ziemlich zart.
Wir wurden dabei zu richtigen Karnivoren 😉. Es ist ein sehr teures Fleisch und wir wurden einfach damit beschenkt. Ein Jahr zuvor hatte dieselbe Familie kurzerhand ein Lamm geschlachtet, auch extra für uns, zusammen mit den frisch gefischten Regenbogenforellen…
Es ist sehr erstaunlich, wie grosszügig die Leute hier sind. Sie haben oft nicht viel, oder gerade mal zum Überleben, und von all dem möchten sie einem beschenken und z.B. Lolo hat ausgedrückt, dass er gerne grosszügiger sein würde…*plop*
Lolo arbeitet nach Möglichkeit als eine Art Touristenführer. Er geht in die Höhe eines Gletschers (10h Fussweg) oder macht auch Nachttrekking – im Dunkeln, möglichst ohne Lichter durch Walstücke mit und ohne Wege… Mit solch einem Nachttrekking hat er auch uns verabschiedet. Nach dem späten Festessen gingen Ignacio und ich ein bisschen an den Fluss um die frische Luft zu schnappen. Als wir zurückgekommen sind hat es bereits gedämmert. Und kurz bevor es ganz dunkel wurde fragte uns Lolo, ob wir mit ihm und Beto ein bisschen spazieren gehen wollen, nur so ein bisschen in den Wald hinein. Hihi…ich muss lachen, wenn ich über diese Situation nachdenke. Wir hatten nicht annähernd eine Ahnung, was er wirklich vorhat. Aus dem „kleinen“ Spaziergang wurde dann ein ca. anderthalb stündiger Nachttrekking, hinauf, hinab, über und unter Stämme, klettern und rutschen. Nun ja, es war irgendwie spannend, es wäre auch eine witzige Angelegenheit, aber die zwei Herren sind immer so schnell unterwegs, dass es Ignacio und ich zu diesem Moment doch nicht mehr so witzig fanden. Aber das war dann egal. Wir sind alle wieder gut angekommen.
Am kommenden Donnerstagmorgen haben wir uns also um 6 Uhr auf den Weg zurück gemacht. Ehrlich gesagt waren wir so extrem froh, dass es nicht wie erwartet geregnet hatte. So konnte der Weg wenigstens ein kleines bisschen trocknen und wurde auf keinen Fall schlimmer. Das hat uns den Rückweg nicht schwieriger gemacht. Der Rückweg war im Ganzen mehr abwärts, doch das letzte Stück der grossen Strasse hat uns doch noch eine halbe Stunde gekostet. So waren wir wieder erfrischende zweieinhalbstunden unterwegs. Wir durften dabei sogar noch eine kleine Überraschung erleben; ein Nachttier, das uns eine Weile sehr nahe nachgelaufen ist. Nein, es war „leider“ kein Puma (sie haben welche in der Nähe), dafür ein wunderschöner patagonischer Fuchs, vermutlich noch ein ziemlich junger… Das war ein spezieller Moment! 🙂
Im Bus bis zur Fähre ging alles gut. Auf der anderen Seite angekommen sind wir in den wartenden Bus gestiegen, in Richtung Puerto Montt. Gerade mal 5-10m weit gekommen ging es nicht mehr weiter. Nun gut, da bleiben wir doch und geniessen den ruhigen Ort etwas. Dabei gab es auch ein weiteres Gespräch mit einer Frau, die sehr mit den Zeugen Jehovas verwurzelt ist. Wir haben auch vor ihr bezeugt was wir glauben und ihr auch ein bisschen aus der Bibel gelesen, weil sie uns danach gefragt hat. Sie mochte es uns zuzuhören, hat aber auch ihre Ansichten mit uns geteilt. Wir haben sie dabei gelassen, weil es nicht unsere Art ist eine Diskussion mit Menschen anderen Religionen zu eröffnen, sondern lieber das Evangelium auf frische und neutrale Art verkündigen.
Nach weiteren zweieinhalb Stunden ist dann ein Ersatz-Minibus angekommen, der die Leute dann abholen gekommen ist.
Es war ein guter Moment um zu sehen, was im eigenen Herzen passiert: sind wir dankbar, dass wir überhaupt noch von diesem Ort weggekommen sind oder würden wir uns lieber aufregen, weil unsere Beine keinen Platz finden? Ignacio und ich waren völlig relaxt. Gut, wir waren dann auch plötzlich einmal müde…hihi.
In Puerto Varas angekommen sind wir dann ausgestiegen, weil es von dort aus dann einfacher ist nach Alerce zu kommen – dachten wir zumindest so im Normalfall. Das Abendteuer war allerdings noch nicht ganz vorbei. Mitten auf der Strecke hörte ich einen Knall und gleich darauf wartete ich auf eine komische Bewegung. Gefühlt hatte ich jedoch noch nichts, bis dann plötzlich ein ganz starker Gestank den Bus verseuchte und der Chauffeur anhalten musste, weil es mit dem geplatzten Reifen doch nicht mehr weiter gekommen wäre… Der Bus war eigentlich total überfüllt (meistens um diese Uhrzeit) und dabei noch ziemlich schnell unterwegs. Das Gutes dabei war, das wir nicht mehr so weit weg von Ignacio’s Zuhause waren und wir deshalb die letzten 3km auch noch gleich gelaufen sind. So sind wir gut und heil dann im Dunkeln und etwas verspätet angekommen, Eduardo konnte aber Juanita mit einer prächtigen Wildschweinshaxe überraschen, die ihm geschenkt wurde (also das ganze Bein).
Und hier endet dann auch unser Spielfilm…hihi.
Diesmal war es sogar für uns wirklich wie ein Film, wie wir unseren Einsatz erlebt haben.
So möchte ich es bei dieser erlebten Geschichte bleiben lassen und hoffe, euch beim nächsten Mal etwas näher unser „Stundenplan“ und unser Finanzbuch vorzustellen, damit ihr euch auch davon ein Bild machen könnt, auf welche Art wir Arbeitsstunden und Finanzen nach Möglichkeit zu administrieren versuchen.

Bis dahin schicken wir euch ganz liebe Grüsse, lasst euch mit erfrischender Kälte umarmen – wir nehmen gerne etwas von eurer Wärme entgegen!! 😉

Ignacio und Judith

Pläne ändern sich schnell…

Seid ganz lieb gegrüsst, liebe Leserinnen und liebe Leser

Ignacio und ich leben weiterhin in „unserem“ Zimmer im Haus seiner Eltern. Wir bleiben auf konsequenter Suche nach einem eigenen Zuhause, und langsam aber sicher ist unsere Geduld etwas auf die Probe gestellt. Es ist eine Situation, die uns erinnert und erleben lässt, dass wir nur wenige Sachen in unserem Leben „im Griff haben“ oder beeinflussen können. Es ist vielleicht einfach, jeweils am Morgen zu entscheiden, was wir anziehen möchten, oder auch sich den Ruck zu geben, dass wenn man noch Leben hat, aufzustehen und gewisse Dinge erledigen. Doch auch selbst im Alltag können sich viele Dinge im Null-Komma-Plötzlich ändern, so wie es Ignacio’s Grossvater vor kürze erlebt hat, aber dazu komme ich gleich.
Wir können also auch die Situation mit einem Wohnort nur in Gottes Hände geben und ihn darum bitten, dass er uns führt und leitet und uns dabei in Geduld und Vertrauen wachsen und auch als Ehepaar zusammenwachsen lässt. Wir sind also weiterhin dankbar um Gebete, dass Gott die eine Türe aufmacht und die anderen schliesst und wir unsere Geduld nicht verlieren… 😉
Wir tun natürlich weiterhin, was in unserer Möglichkeit steht und bleiben auf der Suche. (Was es schwierig macht einen Ort zu finden:
Sicherheit, Bauqualität oft sehr schlecht und nicht dem Preis wert, grosse Distanz gibt automatisch viel höhere Reisekosten oder gewisse Orte überhaupt unmöglich ohne Auto zu erreichen etc.)

So, jetzt aber zum Geschehniss, das vor kurzer Zeit sehr unerwartet die Familie von Eduardo (Ignacio’s Vater) erreicht hat.
Eigentlich hatten wir geplant in der Woche vom 25. Juni für einen Neueinsatz auf die Insel Voigue zu gehen und dabei am letzten Tag vor der Rückreise nach „Chonchi“ weiterzugehen, wo Ignacio’s Grossvater wohnt, um ihn besuchen zu gehen. Doch geschah es, dass Eduardo am späten Samstag Abend (23.06.) eine Nachricht von seiner verzweifelten Schwester gekriegt hat: dass sein Vater erst gerade noch seine heisse Milch zubereiten wollte, als er in seinem Wohnzimmer vor dem Schrank zusammengebrochen ist und nun im Spital mit Hirnblutung im Koma liege und die Ärzte mit der „ersten Diagnose“ nicht mehr viel Zeit geben, wenn überhaupt noch bis zum nächsten Tag.
Das war doch ein bisschen eine schockierende Nachricht, weil sie total unerwartet kam; so wie es ja oft ist, wir uns aber wenig bewusst sind, dass jede Minute unsere letzte sein könnte.
Vielleicht würden wir sogar denken: „Mich trifft es nicht so schnell“, oder wie wir auch öfters sagen (hören) „Ich bin hart im nehmen“. Ist es echt wirklich so?

Nach dieser Nachricht von Ignacio’s Grossvater, hatten wir schlussendlich alles umgeplant. Eduardo ging gleich am Sonntag Morgen in Richtung Insel Chiloe, nach Chonchi, ein Dorf das ca. 20km von der Haupstadt Castro liegt. Ignacio hatte am Nachmittag noch die Predigt in der Gemeinde „Misión Belén“, haben uns dann allerdings gleich danach auf den Weg nach Chonchi gemacht.
Spät abends angekommen, haben wir bei der Frau von Ignacio’s Grossvater (sie ist nicht seine Grossmutter) für die erste Nacht übernachtet. Am nächsten Morgen konnten wir dann nach Castro ins Spital fahren (dasselbe Spital, wo Ignacio geboren wurde).
Dort haben wir mit zwei Töchter von dessen Ehepaar gewartet, ca. zweieinhalb Stunden, bis wir dann Ignacio’s Vater sehen konnten.
Wir gingen dann in sein Zimmer, und da lag sein Grossvater, in einem definitiv schlechten Zustand. Er hatte eine Sauerstoffmaske an, die Hände am Bett angebunden, weil er in seinem Unterbewusstsein die Maske anscheinend ständig abziehen wollte und die Schläuche und seine Atemwege gefüllt von schleimigem Material.
Wir hatten vielleicht knappe 5 Minuten Zeit. Ignacio konnte seinem Grossvater über die Stirn streichen, seine Hand nehmen und hat sich dabei als sein Enkel vorgestellt, weil er seinen Grossvater nie wirklich kennen lernen konnte; seine Eltern sagen, dass Ignacio seinen Grossvater ca. 7x gesehen hat, dabei erinnert er sich aber nur an die letzten 4 Male, weil er vorher noch zu klein war. Deshalb war Ignacio sehr dankbar, konnte er sich von seinem Grossvater doch noch verabschieden. Zwar war es in einer unangenehmer Situation, aber Ignacio hat für sich das Gute mitgenommen. Natürlich wissen wir nicht, ob sein Grossvater überhaupt noch etwas in seinem Unterbewusstsein mitgekriegt hat, trotzdem hat Ignacio für ihn noch kurz gebetet und da mussten wir auch schon rausgehen.
Wir waren trotz den Umständen erstaunt, wie Gott die ganze Situation geführt hat. Denn nur ca. 5h später ist sein Grossvater verstorben. Eduardo ging nach Castro, wo er dann mit Hilfe der Person des Bestattungsinstituts seinem Vater die Kleider angezogen hat. Auch Eduardo hatte seit seiner Kindheit nicht viel Kontakt mit seinem Vater, denn ab 12 Jahren war er alleine auf sich gestellt, ganz alleine. Nur zwei Halbgeschwister wurden mit ihm gelassen und er versuchte damals auf diese zwei aufzupassen, denn der Vater ging anderen Sachen nach und
seine Mutter ist an Krebs gestorben als er 12 Jahre war, doch sein Vater hat ihn und seine bereits an Krebs erkrankte Frau (Mutter von Eduardo) verlassen, als Eduardo 6 Jahre jung war.
Trotz allem war es Eduardo’s Wunsch, seinen Vater zu ehren bis zum letzten Moment und das konnte er tun.
Er hatte die ganze Nacht vom Sonntag auf Montag mit seinem Bruder Wache gehalten, er konnte ihm die Kleider anziehen und auch das Grab schaufeln. Das ist ohne Witz, ich selber wusste nicht was sagen, als er und sein Bruder am Dienstag besprochen haben, um welche Uhrzeit am Mittwoch, vor der Beerdigung sich treffen werden, um zusammen das Grab für den Vater zu schaufeln. Hier machen das so weit wie möglich Familiäre…
Am Montag Abend haben sie also den Verstorbenen in das kleine Wohnzimmer gebracht, das in der Zwischenzeit ausgeräumt wurde, um dort die Totenwache zu halten, bis er dann am Mittwoch Nachmittag beerdigt wurde. Es war eher eine stressige Situation, denn das Familienverhältnis ist extrem chaotisch: nebst vielen Halbgeschwister Dinge, die ich hier nicht erwähnen kann. Aber wichtig war für uns, dass wir dort sein konnten, genau in der richtigen Zeit am richtigen Ort.
Ignacio und seinem Vater geht es aber wirklich gut und für sie ist dieser Moment soweit abgeschlossen, für Eduardo noch nicht ganz, denn gewisse Dinge fehlen noch dort zu erledigen.
So sind wir also dem Wochenende wieder näher gekommen und eine weitere Reise steht vor uns: diesmal gehen wir definitiv auf die Insel Voigue, dort wurde Ignacio’s Mutter geboren. Auch sie ist unter schwierigen Verhältnisse aufgewachsen: sie wurde als Baby an eine ältere Dame verschenkt, der Vater kennt sie gar nicht.
Wenn wir zurück kommen werde ich euch besser erzählen können, was wir getan haben und wohin wir genau gegangen sind und wie die Reise war. Denn diesmal erwarten uns auch eine Reise auf dem Boot von mehr als 4h…. Die Tabletten gegen Übelkeit hab ich schon gekauft, denn man weiss nie, wie hoch die Wellen sein werden….*ups*… 😉

Jetzt aber wünschen wir euch vorerst mal ein schönes Wochenende, geniesst Wind-Sonne-Wetter, stärkt euch mit Vitaminen und allem Guten, das euch zur Verfügung steht durch Früchte, Gemüse, Nahrungsmittel und Sonne. Das ist ein Privileg! Nicht überall gibt es diese Möglichkeiten…
Und noch viel mehr, lasst euch, die ihr wünscht, eure Seele und euer Innern von unserem Herrn stärken und aufbauen 🙂

Seid also ganz lieb gegrüsst und umarmt
Ignacio und Judith

 

 

eins, zwei,…..ein Hut, ein Stock,….vorwärts, rückwärts,….MARSCH! TEIL 2

Hier der 2. Teil: Einsatz im Berggebiet!
Hier eine kleine Mappe, die einen besseren Einblick in die Region gibt. Unsere Gastgeber wohnen in „Llanada Grande“, allerdings von dem roten Punkt aus sind es ohne Gepäck ca. anderhalb Stunden raschen Fussmarsch weiter. Zwei Mal pro Tag (eine Hin- und eine Rückfahrt) gibt es allerdings auf dieser Strecke einen Bus (der von der Fähre aus bis an die mögliche Stelle weiter in Richtung „Segundo Coral“ fährt).

Wie in den Bilder beschrieben, hier wird viel gelaufen, auch wenn es einen Bus gibt. Die Distanzen scheinen per Luftbild nicht allzu lange zu sein, und trotzdem gehen sie in die Beine.
Wir waren alle froh, dass es genau zu unserer Ankunft nicht mehr geregnet hat, nur Nachts oder an einem Morgen, denn so konnten wir unsere normalen Wanderschuhe gebrauchen. Sonst hätten wir das ganze mit den Stiefeln laufen „müssen“ und na ja… es ist halt schon bequemer in den Wanderschuhen. Diese Momente werden aber auf jeden Fall noch auf uns zukommen, dass wir ob auf der Insel oder in den Bergen mit Gummistiefel ganze Strecken ablaufen werden.

Wir sind also noch am selben späten Nachmittag „kurz“ zur Nachbarin unseres Gastgebers gegangen, sie wohnt ca. 40min (Schnellgang) an der Spitze des Sees.
Dort konnten wir uns ein Bild über ihre Situation machen und ihr und ihrer Tochter Hilfe anbieten. Die Hilfe gerne angenommen gingen wir gleich am nächsten Morgen wieder auf das Feld, um bei der bekannten „Holzete“ behilflich zu sein.
Am Schluss haben sich Ignacio und sein Vater auch noch etwas um das Interesse der Jungs gekümmert: was kann es anderes sein als Fussball?!
😉

Doch da die Zeit sehr kurz ist, sind wir dann nach einem (ein-)geladenen Mittagessen und der Rucksack voll selbst gemachten „Süssigkeiten“ (Konfitüre, eingelegte Kirschen und Feigen) wieder zurück nach Gastgeber’s Haus maschiert, um von dort aus nach „Dorf“ und weiter auf die andere Seite zu gehen, wo wir Leute besuchen gehen wollten. 1h 40min in ziemlichem Marsch Hin- und 1h 20min in noch schnellerem Marsch Rückweg. Teils gehen die Strassen wirklich sehr stutzig auf- und abwärts, und wenn man nicht mehr so geübt ist, so finde ich es richtig genial, meine Muskeln überhaupt wieder zu spüren bekommen!! 🙂 Spät Abends, im Dunkeln, war es speziell schön, denn in dieser Nacht war gerade Vollmond, so mussten wir unsere Leuchter gar nicht einschalten.

Zurück zu Hause haben wir uns um unsere Gastgeber gekümmert. Montag und Dienstag waren bereits vorüber. Doch der Mittwoch gehörte ihnen, aber auch sogar für uns gab es einen gemütlichen Moment. Nicht sicher vom Tagesprogramm, (denn es hat in der Nacht bis nach dem Mittag sehr stark geregnet), sassen wir zusammen um die „Feuerküche“ und haben zusammen geredet, in der Bibel gelesen, gesungen und Mate getrunken (das typische Gemeinschafts-Getränk).
Etwas später hatte der Regen jedoch aufgehört und wir konnten auch hier noch mit dem holzen helfen. Übrigens hab ich, Judith, natürlich auch bei den Arbeiten mitgeholfen, doch öfters ist die Person, die sich für die Fotos verantwortlich macht, selber nicht sehr oft auf Fotos zu sehen…
😉

Zu guter Letzt durften wir noch mit dem selbst gemachten Ruderboot von „Beto“ in den See hinausrudern und schauen, ob wir zum Abendessen welche Fische fangen…allerdings sind diese um diese Zeit viel mehr in der Nähe des Flusses, der am anderen Ende des Sees ist.
Obwohl wir zwar kein Fisch gefangen haben, durften wir trotzdem nach starkem Regen einen gemütlichen „Ruederböötli“ Auslfug bei späten Sonnenstrahlen geniessen. Dabei wurde uns nicht langweilig, denn die Stille und die Sicht waren herrlich, ab und zu haben wir welche Fische springen sehen und auch ständiges Wasser-schöpfen hat uns weiterhin nebst dem Rudern in Bewegung gehalten…
😉
Da waren die Tage auch bereits vorbei und wir gingen am Donnerstag Morgen wieder mit dem Bus zurück in die städtische Wildnis…hihi…ja, die Städte hier sind um einiges wilder, als die Wildnis auf dem Lande…
Bei Ignacio’s Eltern angekommen geht es auch gleich weiter mit Vorbereitungen, denn jeden Freitag haben wir das Programm im Radio und dann gilt es auch wieder die kommenden Tage für Vorbereitungen auszunützen, denn die Zeit vergeht sehr schnell und schon bald würde man planen wieder in den Einsatz zu gehen. Viele Leute freuen sich, wenn sie aus der Bibel gelesen bekommen oder wir mit ihnen zusammen Chorusse singen, oder sonst ein Lied vorsingen. Ich, Judith, bin darin persönlich noch nicht so gut vorbereitet, denn meistens sind es ältere Leute und deren Chorusse…wow, da bleibe ich mit dem Munde geschlossen…hihi… Aber auch wenn man nur mit ein paar wenigen Liedern dienen kann erwärmt es das Herz unseren Mitmenschen hier und auch für solche Momente gehen wir in den Einsatz.
Wir nehmen diese Einsätze sehr ernst, auch das Predigen oder sei es auch ein kleiner Input aus der Bibel: denn wir wollen nicht einfach irgend etwas „plappern“, dass nicht der Wahrheit entspricht und wir sehen es als unsere Aufgabe, die Bibel so weit wie wir können zu vertiefen, zu studieren, zu kennen…natürlich Schritt für Schritt.
Wenn man so nachdenkt und überlegt, haben wir eigentlich immer viel Arbeit vor uns. Dazu kommt noch, dass ich versuche die Beiträge auf unsere Seite zu stellen und mein Ziel wäre es auch diese nach und nach zu übersetzen und auch andere Arbeiten, die auf der Page noch offen stehen.
Bis jetzt sind wir sicher 2 Wochen pro Monat unterwegs, je nach dem wird es vielleicht auch mal mehr sein, solange noch keine Saison ist und wir besser reisen können. Nebenbei bleiben wir weiterhin im Gebet, auch für euch liebe Leute in der Schweiz, auch für die Menschen hier und, dass unser Herr uns alle jeden Tag nach seinem Wille führen möge.
Ignacio und ich sind momentan ehrlich gesagt schon etwas auf einer Geduldsprobe, denn jetzt sind wir wieder auf der Suche nach einer Hütte, und nebenbei ist schon auch der Wunsch nach einem Auto da – was ihr vielleicht mittlerweile etwas näher zu verstehen bekommt.
Falls ich es nicht vergesse, hoffe ich euch bei dem nächsten Eintrag etwas näher unsere „Abrechnungen“ und Gedanken vorstellen zu können. Wir führen ein „Finanzbuch“, worin wir zumindest so weit wie’s geht alle „Zetteli“ und Nummern (die keine Quittung gaben, was hier sehr üblich ist) aufzuschreiben und uns so auf dem Laufenden zu halten, damit wir euch ein bisschen besser verschiedene Kosten vorstellen können, damit ihr euch auch ein Bild machen könnt, wie hier mehr oder weniger die Investition ist. Doch für den Moment verabschieden wir uns von euch, schicken euch ganz liebe Grüsse und Dankesgrüsse an euch alle!
Seid behütet und bewahrt in was ihr tut, in eurem Alltag, in der Arbeit und noch viel mehr im Familienleben! Gute Besserung an alle, die gesundheitliche Beschwerden, und der Herr unser Tröster an der Seite, der/die traurigen Herzens ist.
Vielen Dank für eure Zeit, eure Gebete, eure Freundschaften…

Ignacio und Judith

 

eins, zwei,…..ein Hut, ein Stock,….vorwärts, rückwärts,….MARSCH! TEIL 1

Hola a todos in der Wärme, oder vielleicht ja auch in der Kälte… 😉

Ignacio und ich grüssen euch ganz herzlich aus dem weit entfernten Süden Chiles. Hier ist es mittlerweile so richtig kalt geworden und man erwartet mehr Kälte bis sogar wieder Schnee in Regionen, wo es eigentlich weder Schnee noch heftige Minus-Temperaturen gibt.
Allerdings bemerken die Leute auch hier die Veränderungen, wie überall auf dem Globus.
Ich persönlich hatte das Ziel, euch nach dem Einsatz auf der Insel zu berichten, allerdings kamen da gewisse Dinge so dazwischen, dass es bis zum Einsatz in dem Berggebiet nicht mehr gereicht hat. Somit werdet ihr dafür diesmal mit ziemlich viel Bildern überhäuft, die man versucht hat möglichst hilfreich und zusammenfassend zusammenzustellen. Wir lassen also ein bisschen mehr die Bilder als Wörter sprechen… 😉
Trotzdem werde ich euch noch so ein bisschen etwas sagen / erzählen.
Am 20. Mai durften Ignacio und ich ja einen sehr speziellen Tag erinnern und somit auch viele liebe Menschen, die uns auf diesen Tag hin, oder eben auch vorher, oder nachher, oder am Tag selber sehr überrascht haben und das berührt und bis heute. Unser erster Hochzeitstag ist am 23. Februar, allerdings war der nicht so „intensiv“, wie derjenige im Mai. Da kamen noch mehr Eindrücke auf uns zu und wir sind immer wieder dankbar, durften wir diesen speziellen Tag mit einigen von euch feiern und dass v.a. Ignacio’s Familie dabei sein durfte. Gracias Dios Padre, gracias familia y amigos! 😉
Erst gerade haben wir euch voller Freude von unserem neuen Zuhause erzählt, doch jetzt müssen wir euch leider informieren, dass wir seit Ende Monat bereits wieder draussen sind…
An dieser Stelle möchten wir ganz herzlich danke sagen für jede Unterstützung, gerade finanziell, und jede Spende, die spezifisch für Haus und Miete war, haben wir also auf unser Sparkonto gewechselt, so wird das nicht andersweitig berührt. Uns ist es wichtig ehrlich und leal mit den Finanzen/Spenden umzugehen. Es kamen einfach zu viele Situationen zusammen, mit der Vermieterin, und deshalb haben wir uns entschieden, dass es besser ist das Haus zu verlassen. Wir hatten schlussendlich auch nie einen Vertrag wie abgemacht gekriegt und andere Dinge, die dazu kamen, haben dazu bewirkt, dass wir uns vor Illegalem schützen möchten, gerade weil auch andere uns unterstützen wollten und wir nicht deren Spenden einfach anderen Leuten vor die Haustüre werfen möchten.
(Wir haben dann also auch keine Kaution bezahlt, solange es keinen Vertrag gab, weil da weiss man nie…)
So bleiben wir wieder und weiter auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Allerdings machen es Distanzen – Sicherheit – Absenz wegen Einsätze – ÖV (Preise) die Sache etwas schwieriger. Wir hoffen allerdings weiter und danken euch auch für Gebetsunterstützung.
Mittlerweile hatte Ignacio hier in Alerce auch eine Predigt. Auch das gehört zu unserer Arbeit, gerade, wo wir in Zusammenarbeit mit der Baptistengemeinde stehen. Wir sind sehr dankbar überrascht, dass auch diese Gemeinde uns für den Einsatz in die Berge finanziell unterstützen möchte und konnte (oder es weiterhin tun wird..?). Hätten wir ein Auto, wollten sie uns einen Betrag für das Benzin/Diesel geben, doch haben sie sich bereit erklärt trotzdem für den ÖV finanziell einzustehen. Das macht für uns einen ziemlich grossen Betrag aus und so können wir Dinge neu aufteilen.

Hier also nun mit ein paar Eindrücke zu unserem Einsatz wieder in Caucahué, diesmal aber nicht von der grossen Baptistengemeinde aus, sondern von der kleinen Mission „Belén“. (Denn die Leute der Baptistengemeinde werden vermutlich nur alle zwei Monate für 2 Tage gehen, was für uns unmöglich ist, den Menschen dort wirklich helfen zu gehen. So machen wir jeweils eine extra Runde, um uns wirklich um die Menschen dort wenigstens ein bisschen kümmern zu können, für sicher einmal die nächsten paar Monate.)Die Menschen hier wohnen wirklich einsam, auf der Insel, und trotzdem kennen sie alle einander. Aber gerade deshalb bleibt es für viele eine Freude, einen privaten Besuch empfangen zu dürfen und oft beschenken sie einem mit was ihr Garten irgendwie hergibt.
Obwohl Ignacio schon als kleiner Junge ganz alleine auf einer kleinen Insel nähe Puerto Montt Schafe gehütet und im Landleben viele Erfahrungen gemacht hat, lernen wir beide jedes Mal sehr dazu. Vor allem ich, Judith, wo ich doch keine solche „Hausfrauen-Erfahrungen“ bis jetzt machen konnte, wie die Landsfrauen hier aufwachsen. Es ist also auch für uns sehr lehrreich und bringt uns neue Erfahrungen.
Curanto: eine Spezialität der Insel-Gerichte…es wir auf eine sehr spezielle Art zubereitet. Ich mochte es, allerdings wussten wir nicht mehr wie liegen, man hat uns so zugestopft…hehehe…
Der zweite Teller ist auch eine typische Suppe, mit Muscheln.

Ignacio’s Eltern wurden beide in diesem Gebiet geboren: Juanita auf einer Insel 5h per Boot entfernt und Eduardo in der Hauptstadt von der riesigen Insel Chiloé; in Castro. Auch Ignacio wurde in Castro geboren. Momentan haben sie also von Vaters Seite noch Familienmitglieder auf der Insel, allerdings nur mit sehr wenig Kontakt, gerade wegen den Distanzen. So wollten wir es ausnutzen, um eine Tante von Ignacio zu besuchen, bevor wir wieder zurück nach Hause gehen.

 

New home / Neues Zuhause / Nuevo Hogar

Hallo zusammen und seid lieb gegrüsst, liebe Leserinnen und Leser

In diesem Beitrag möchten wir euch mit Freude etwas Näher unser neues Zuhause vorstellen.
Wir möchten an dieser Stelle jeder einzelnen Person Danke sagen, die dazu beiträgt / oder beigetragen hat und es uns möglich macht alleine wohnen zu dürfen.
Wie schon öfters erwähnt sind wir in erster Linie schon dankbar überhaupt ein Dach über dem Kopf und eine Matratze unter uns haben zu dürfen, denn auch wenn Chile momentan das fortgeschrittenste Land in Südamerika ist, hat es so viel Not, Armut und Schwierigkeiten. Da ist es viel einfacher sich über die Kleinigkeiten bewusst zu werden und Dankbar zu sein.
Nebst dem sagt es uns sogar öfters in der Bibel, man soll dankbar sein und es heisst sogar, Gott, dem Vater Danke zu sagen allezeit für alle Dinge, im Namen unseres Herrn Jesus Christus (Epheser 5,20).
Diese Worte gingen an verschiedenen Gemeinde in Ephesus, also an diejenigen, die Jesus im Glauben nachgefolgt sind: Wenn du und ich an unseren Gott Schöpfer und an den Herrn Jesus als unser Retter und Erlöser glauben (es kann sein, dass das nicht der Fall ist, weil ich weiss, dass verschiedene Leute mit verschiedenem Hintergrund diese Rundbriefe lesen), möchte ich uns alle dazu ermutigen, (mit meinem Mann haben wir das letztens mal als Ehepaar darüber gesprochen), unserem Gott wirklich für alle Dinge danke zu sagen.
Nicht nur für das Gute, oder für was wir an Materiellem haben, sondern eben auch für die schwierigen Momente, die Stürme in unserem Leben und viel mehr: für die Erlösung. Vielleicht verstehen wir oft nicht, weshalb wir auch für die negativen Dinge danke sagen sollen: aber sei gewiss, dass wenn du ein von ihm erwähltes Kind bist, bewegt der Herr sehr viele Dinge, um dich nach seinem Wille zu formen, damit du ihm ähnlicher wirst. Und das ist ein Geschenk! Zwar öfters mal ein schmerzhafter Prozess, aber er bringt wahre Freude und Fülle – denn du findest die ganze Fülle in Christus (siehe Kolosser 1,19-20)

Nun gut, soweit zu einer kleinen Ermutigung… 😉 Es sind i.d.R. Dinge, die ich gerne mit euch Teile, weil ich sie gerade selber oder zusammen mit meinem Mann durchmache und wo ich selber ermutigt werde, weshalb es nicht mit anderen teilen?! 🙂
Wir beide, auch als Ehepaar machen Prozesse durch, wie alle anderen. Und gerne teilen wir auch solche Sachen mit euch.
Stellt euch vor; in der Schweiz ist es doch soo wichtig für uns, dass wir „Danke“ oder „Merci“ sagen. Aber manchmal frage ich mich: sagen wir es wohl immer von ganzem Herzen? Oder kann dies bereits zu einer Routine werden? …
Trotzdem möchten Ignacio und ich unseren zukünftigen Kindern (falls wir dann mal welche haben werden) auf jeden Fall das Danke-Sagen beibringen! 😉

So, jetzt aber gehen wir mit ein paar Bilder zu unserer „Cabaña“.
Nach knapp 7 Wochen durften wir unser eigenes Zuhause einrichten gehen. Das ändert wirklich einiges und wir beide konnten ein bisschen aufatmen, denn wir beide mögen die Stille / Ruhe und ich nehme an, dass passiert ziemlich jedem Ehepaar; wir mögen auch unser eigener Platz und Zeitraum…
Da wir öfters pro Monat in den Einsatz gehen werden und unser Eheleben ein Zusammenleben von praktisch 24 -7 ist, ist es für uns sehr wichtig, können wir uns wirklich in Ruhe vorbereiten, und auch mit etwas Platz, nicht beide auf deinem Bett sitzend…
Und natürlich auch um unsere Ehe überhaupt formen zu können und auch die Familie Cáceres sich weiter um ihre Kinder kümmern können.
Wir werden also für die kommende Zeit in diesem Haus sein, werden für später allerdings Ausschau für etwas anderes halten wegen verschiedenen Gründe:
– mit einem gut vorbereitetem Holzvorrat können wir das Haus ziemlich trocken halten, allerdings haben die grossen Fenster kein „Scheibenkleister“ und das ist eben …. blöd. ….hihi… also von innen werden sie sehr schnell nass und es ist schwieriger das Haus warm und trocken zu halten bei tiefen Temperaturen von ca. 3 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 90% (und eben nassem Holz)
– der Preis entspricht anscheinend nicht wirklich, was die Hütte bietet; wir bezahlen also ein bisschen übern400 CHF, Wasser imbegriffen, den Strom konnten wir heute Nachmittag auch miteinbeziehen, nach einem Gespräch mit der Besitzerin (man muss hier etwas wachsam sein)
– es hat hier keine normalen Stühle, nur 4 hohe und der schmale Tisch ist dann aber wiederum tief für die Stuhlhöhe und auch das Abwaschbecken ist sehr weit unten, das zieht eher schnell meinem Rücken…
– heute hätten wir die Zahlung machen müssen, jedoch ist die Besitzerin ohne irgend ein Papier zu uns gekommen und das passt uns gar nicht: da müssen wir bei ihr etwas dran bleiben und nun ja, es sind einfach mehrer Sachen, die für eine längere Zukunft eine Rolle spielen würden

Doch für Vorübergehend bleiben wir gerne hier und geniessen die Zweisamkeit.
Die Ankunft hier war etwas überraschend und na ja, des einen Faulheit – des anderen Arbeit… 😉
Am Wochenende, vor dem 1. Mai, waren anscheinend noch Leute im Haus und noch vor ihnen eine andere Person für längere Zeit.
Als wir um ca. 18 Uhr am 1. Mai da angekommen sind, mussten wir uns einfach mal selber Platz machen, denn von der Besitzerin war nichts zu sehen. Gerne hätten wir uns dann schon etwas eingerichtet, oder zumindest die Esswaren vom Kühlschrank oder so, allerdings mussten wir unseren Vorstellungen einen Strich machen und zuerst das Putzmaterial hervornehmen.
(Im Moment hab ich die Kamera nicht bei uns, da hätte ich ein paar wenige Eindrücke über den Einzug in das Haus…)
Wir konnten weder kochen, noch auf’s Klo, noch den Kühlschrank einräumen ohne vorher gründlich zu putzen. Das war zu Beginn etwas frustrierend, denn mit so viel Schmutz haben wir tatsächlich nicht gerechnet. Es war einfach nur ecklig! Nun, das Tolle wenn man selber putzt ist, dass man zumindest diese groben Unterschiede feststellen kann und man sich nachher auch wirklich wohlfühlt, wenn man weiss, was und wie geputzt worden ist. Sogar Ignacio mag den Schmutz kaum ausstehen, etwas, das früher noch nicht ganz so „krass“ der Fall war und heutzutage verbringt er kaum einen Tag ohne den Besen in die Hand zu nehmen um den Boden zu fegen…hihi.

Nach einem ganzen Tag und den ersten Abend intensivem Putzen konnten wir beginnen uns einzurichten. Dank Spenden und Geschenke mitgenommen aus der Schweiz (absolut genial! 🙂 ) durften wir sogar gewisse nötige Dinge für Küche und Haushalt finden; zu einem guten Preis und sogar gutes Material, wie z.B. ein kleines eigenes Besteck-Set, dass nicht rosten sollte (solches Besteck hab ich bis jetzt keinem Zuhause gesehen).
Und so konnten wir mit kleinen aber praktischen Sachen wie auch das Gewürzgestell dazu beitragen und noch mit ein paar Nägel der Wand dazufügen, um dem Ganzen etwas Stil zu geben und den Platz besser zu gebrauchen.
Ich persönlich bin natürlich voll Fan schon nur von den kleinen Dingen und wir beide haben also wirklich Freude an was wir hier einrichten durften/konnten.
Am Montag gehen wir also wieder nach Caucahué, diesmal aber für ca. 4 Tage, wenn alles gut geht. Wir sind gespannt und freuen uns diesmal verschiedenen Personen eine Hilfe sein zu können. Wir werden zusammen mit Ignacio’s Vater gehen und somit werden wir ihnen auch besser helfen können, wie z.B. mit dem Holz spalten… 😉
Wir gehen also nicht mit der Gruppe der Baptistengemeinde, denn diese Leute sind leider nicht bereit (Gründe unbekannt) einmal pro Monat die Leute in Quemchi besuchen zu gehen, allerdings haben wir die Möglichkeit diesen Einsatz von der „Mission Belén“ aus zu machen. Der Pastor und Hauptverantwortliche dieser Missionsarbeit stehen aber hinter uns, was gut ist, damit sich niemand hintergangen fühlt. Diesmal werden wir also mit Gummistiefel vermutlich ein paar Kilometer ablaufen (noch nicht so viele, wie dann im Berggebiet), um Leute zu besuchen und ihnen helfen zu gehen.

So lassen wir euch bei diesen Neuigkeiten, mit ganz lieben Grüssen und Umarmungen von unserer Seite.
Bhüet eu Gott und habt ein wunderbares Wochenende. 🙂

Insel Chiloé und Caucahué

Hola queridos

Wir grüssen euch ganz herzlich aus dem weeeeeiten Süden, aber noch nicht ganz am Ende der Welt… 😉
Es gibt so einige Neuigkeiten und wir hoffen euch mit Hilfe von Bilder in der Zwischenzeit (während dem wir an unserer Internetseite arbeiten) unsere Arbeit etwas näher bringen zu können.
Am Wochenende vom 20. -22. April gingen wir mit einer Gruppe von 9 Leuten (in einem Van von 8  Plätze) nach Quemchi, ein Ort auf der riesigen Insel Chiloé. Dort haben wir uns dann in Gruppen aufgeteilt und wurden an andere Orte gebracht, z.T. etwas weiter entfernt.
Dies war (oder ist) Teil der Zusammenarbeit mit der Baptistengemeinde in Puerto Montt, die Ignacio und ich einfach in ihrer Missionsarbeit für eine Zeit unterstützen werden, weil wir auch dazu eingeladen wurden.
Das Wochenende war also sehr kurz, um zu sagen, viel zu kurz, um wirklich die Arbeit zu tun, die wir gerne getan hätten, bzw. die Leute auch gebrauchen konnten.
Nun gut, es war das erste Mal für uns und das ganze Projekt beginnt erst. Es ging auch etwas darum die Menschen und ihre Situation kennen zu lernen um für das nächste Mal besser vorbereitet hingehen und helfen zu können.
Der Weg bis zu Quemchi wäre nach GPS so 3h oder etwas mehr, allerdings waren wir bereits in ca. 2h 40min angekommen. Die Strassenverhältnisse sind recht interessant, zwar nicht steinig dort, aber doch ist es besser, v.a. bei hoher Geschwindigkeit, den Magen nicht umdrehen zu lassen…hihi…
Dankbar, dass nichts passiert ist, sind wir also in Quemchi angekommen, wo uns ein Leiter der Gemeinde empfangen hat.
=> Ignacio und ich wurden zuerst zu einer älteren Frau gebracht, wo wir über Nacht geblieben sind. Sie war sehr herzlich, freudig Leute in ihrem Haus zu haben und sie hatte den Wunsch geäussert, dass wir ihr am selben Abend noch in der Bibel etwas lesen sollen. Das haben wir dann getan und ihr Schritt für Schritt den Text erklärt, fragend, ob sie es versteht. Alleine hätte sie nicht alles verstanden, aber strahlend im Gesicht hat sie mit den einfachen Worten, die Ignacio brauchte alles in ihr Herz aufgenommen und dankend gesagt, dass sie es jetzt versteht. Das war auch zu unserer Freude, denn die Leute brauchen nicht viel (in allen Dingen) und können so dankbar sein!
=> am Samstag Morgen haben wir mit den Kinder geholfen. Die Gemeinde empfängt die Kinder mit Tee und Morgenessen und dann wird Zeit verbracht mit etwas Spiele, mit kleinsten mögen das Kreative und Geschichte. Ignacio und ich wurden mit den kleinsten eingeteilt, wo wir zuerst eine Geschichte erzählt haben und sie dann ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Die Mädels waren sehr aufmerksam, interessiert und gleichzeitig sehr bedürftig von sich selbst zu erzählen. Das war ein genialer aber auch trauriger Moment. Denn die meisten von ihnen haben sehr traurige Lebenssituationen und das markiert unser Herz sehr!
Ein Beispiel: unter den Mädels sind 2 Schwestern (5 und 6 Jahre alt), sie leben bei der Mutter eines Cousins, weil sie von ihren Eltern verlassen wurden. Diese sind in den noch weiteren Süden gezogen, zusammen mit ihrem noch kleineren Schwesterchen. Die Gründe wissen sie nicht. Die 6 jährige hat nur gesagt: „Aber mein Papi hat gesagt, dass er IN 4 JAHREN zu meinem Geburtstag kommen wird, und der meiner Schwester.“
… das Herz blieb mir fast still…aber beide sind traurig, dass sie nicht bei ihren Eltern sind.
=> am Samstag Nachmittag ging es dann mit einem Boot auf die Insel „Caucahué“. Wir wurden herzlich begrüsst und gut ernährt… 😉
Eine Sprache der „Chiloener“ ist das Essen. Auch wenn sie selber sehr wenig haben, aber was sie aus dem Garten und ihrem Land kriegen, das servieren sie von ganzem Herzen.
Am Abend gab es einen kleinen-grossen Gottesdienst: wenige Personen, kurz aber tiefgründig und die Leute waren wurden in ihrem Herzen mit Dankbarkeit und Freude erfüllt. Bevor sie wieder Nach Hause gingen durften sie noch nach Kleider schauen, die ihnen möglicherweise auch gehen/passen und die uns von Glaubensgeschwister der Baptistengemeinde für sie mitgegeben wurden.
Jedoch konnten wir vor dem Gottesdienst noch kurz eine „ältere Frau“ besuchen, also gelebte 93 Jahre. Auch sie wurde von riesiger Freude erfüllt einen Besuch in ihrem Haus empfangen zu dürfen und nach ihrem Wunsch eine kurze Bibelstelle gehört zu bekommen.

=> am Sonntag Morgen ging es dann bereits wieder zurück nach Quemchi, wo dann mit einem allgemeinen Gottesdienst das Wochenende „abgeschlossen“ wurde und wir dann diesmal aber mit 10 Personen im gleichen 8ter Van den ganzen Weg zurück gefahren sind…*it-was-creazy*
Am Morgen begleiteten wir aber die Hausbesitzerin ihre Kühe zu zählen: der Weg zu Fuss war noch kurz und wir waren vielleicht grad mal eine Stunde unterwegs...

Wie ihr vielleicht bemerkt beim Lesen; sehr oft wir die Bibel erwähnt und das Teilen der Schrift mit anderen Menschen.
Die Tatsache ist, dass wirklich viele Personen, gerade in den Regionen wo sie um das Überleben kämpfen und seeehr hart arbeiten müssen, den grossen Wunsch haben, das Wort Gottes erklärt zu bekommen und den Schöpfer Gott und das Werk seines Sohnes Jesus Christus verstehen zu können. Denn ER ist die einzige Festung, gerade für sie, sich an ihn zu halten und von ihm gestärkt zu werden für das tägliche Leben.
Allerdings planen wir für den kommenden Monat längere Zeit, ca. eine Woche zu bleiben, um diesen Menschen auf den Feldern und im und um Haus herum zu helfen:
es gibt sehr viel Holz zu hacken, (damit sie sich warm halten können in ihren Häuser), die Kartoffeln werden von Hand gepflanzt wie auch geerntet und so gibt es viele Dinge, in denen diese Menschen grosse Hilfe gebrauchen können, denn die meisten sind in einem bereits höhren Alter, leben seit 30 und mehr Jahren auf der Insel, aber ihre Kinder (wenn sie welche haben), leben mit der Zeit nicht mehr dort und die Arbeit wird schwerer.
Wir freuen uns auf jeden Fall auf das kommenden nächste Mal und hoffen, dass wir den Menschen dort eine gute Hilfe sein können.

Und jetzt noch zu den letzten Neuigkeiten:
Bereits diesen Dienstag, am 1. Mai, dürfen Ignacio und ich in eine eigene „Hütte“ umziehen. Es ist nicht genau diese, von denen wir Fotos hochgeladen haben, denn der Preis war für uns zu hoch und die Hütte selber hatte doch nicht zwei Räume. Sie war zwar sehr schön gelegen, aber wir konnten einfach nicht zusagen. Am Donnerstag haben wir einer anderen Person angerufen, die uns gleich am selben Tag eingeladen hat, ihr Hüttchen anzuschauen, dieses war zu einem tieferen Preis im Angebot und mit zwei Zimmer.
Wir haben ihr zugesagt, denn alles hat für gut gesprochen: es ist zwar sehr klein, „süss“, aber super für uns zwei; trockener, mit dem Ofen wärmt es gut, etwas abgelegen und auf einem gut sicheren Grundstück. Pro Monat kostet es zwar immer noch 409 CHF und zu beginn müssen wir einen „Sicherheitsmonat“ bezahlen, d.h. das Geld wird die Frau aufbewahren, und wenn wir das Häusschen wieder verlassen, wird uns das Geld wieder zurück gegeben. Für sie gilt es aber zur Sicherheit, falls wir Dinge im Haus kaputt machen, werden diese mit diesem Geld ersetzt, aber was übrig bleibt bekommen wir zurück. Da wir zu Zweit sind, erlaubt die Besitzerin uns, dass wir den Sicherheitsmonat in zwei Raten bezahlen dürfen.
Im Moment haben wir 350.- pro Monat für die Miete versprochen bekommen. Also es fehlt noch wenig bis für einen ganzen Monat, allerdings wissen wir noch nicht genau, wie wir das regeln müssen mit dem Sicherheitsmonat. Und von da an werden wir noch sehen, wie das so geht mit den Finanzen auch mit dem Essen.
Das Wasser ist imbegriffen, aber der Strom müssen wir separat bezahlen, was aber nur noch ein wenig dazu kommen sollte.
Um warmes Wasser zu haben und kochen zu können wird Gas gebraucht, was ich annehme, dass wir dies auch selber bezahlen werden, darüber haben wir aber vergessen zu reden.
Was uns noch fehlt ist Internet. Da müssen wir noch etwas herausfindig machen, was für unsere Situation das beste Angebot wäre, denn damit wir weiterhin an der Internetseite arbeiten und euch informieren können brauchen wir Internet. Das wird jedoch vermutlich ein bisschen teuer, so um die 40.000CLP pro Monat (aber ohne GB-Limits), das sind etwas mehr als 60.-

Bei diesen Informationen lassen wir euch für den Moment, und sobald wir können (hoffentlich sehr bald), möchten wir gerne einen weiteren Beitrag schreiben, wo wir euch etwas näher unser Häuschen vorstellen können, damit ihr euch das Ganze etwas besser vorstellen könnt. Wenn ihr uns unterstützen möchtet, sei es für unsere Wohnung, oder für die Arbeit (denn bald werden wir in die Berge gehen), also das wäre v.a. Reise und je nach dem Nahrung, oder auch für die Menschen (das wäre ihnen nötige Lebensmittel oder eine Decke zu kaufen o.ä.), beschreibt es bitte kurz mit einem Stichwort bei Bemerkungen, wenn ihr eine Übergabe auf unser Konto macht. Somit können wir die Finanzen dann auch korrekt aufteilen, was uns ein Anliegen ist.

Wir danken euch ganz herzlich, jeder Leserin und jedem Leser für ihre Zeit und Interesse, jeder/m Beterin/Beter für ihre Gebete, jeder/jedem Spenderin/Spender die uns scho so unterützt haben und auch im Voraus denen, die uns unterstützen möchten (sei es spontan oder regelmässig). Vielen Dank, jeder einzelnen Person und wir wünschen euch einen guten, gesegneten Start in die Woche, mit Power und Dankbarkeit in euren Herzen. 🙂

Ignacio und Judith